Reife Früchte zum Jahreszeitenwechsel – Erntedank mal anders

Das Jahr 2022 war bis hierhin ein ganz schön wilder Ritt. Als wären die vergangenen Jahre nicht schon intensiv und transformativ gewesen, wird es scheinbar immer doller. …Doch auch leichter, wie ich finde. Ich habe mich allmählich an das Tempo gewöhnt und – ganz entscheidend – in mir setzt sich ein neuer Pol durch: Ich sehe beständiger und umfassender das Geschenk und die Gnade in jedem Prozess, in den Herausforderungen und den Spiegeln.

Das Jahr war durchzogen von mehreren Riesen-Themen. Quasi »nebenbei« wurde ich mit unserem zweiten Kind schwanger, erlebte eine völlig andere und doch ebenso wundervolle Schwangerschaft wie die erste und durfte schließlich eine für mich wundervolle, sanfte und leichte Traumgeburt erleben. Wieder ganz selbstbestimmt und intim – nur in Gesellschaft des Kindes und des Vaters (neben den guten Geistern und Wesenheiten, die uns stetig beiwohnen).

Trotz einiger schlafloser Nächte, großen inneren und äußeren Veränderungsprozessen (oder gerade wegen diesen) blicke ich abends überglücklich auf mein Leben, verkörpert durch den Anblick meiner zwei umwerfenden Kinder, wie sie friedlich daliegen und die großen und kleinen Abenteuer des Tages im Traum verarbeiten, unser warmes, gemütliches Heim, meinen liebevollen und gutmütigen Mann, Lebensbegleiter und Seelenspiegel und meine großartige und unterstützende Familie. Danke!
Dieses Bild rührt und ehrt mich so sehr, dass es mir regelmäßig die Tränen in die Augen treibt. Dass meine emotionale und karmische Arbeit einmal solche prallen Früchte tragen würde, hätte ich viele Jahre nicht geahnt.
Neun Jahre lang durfte ich eine ruhige, verträumte und umsorgte Kindheit erleben, danach begann für mich eine wilde emotionale Achterbahn. Die folgenden zwei Jahrzehnte waren intensive Schule und Selbststudium, sie ließen mich sehr tief in die Abgründe des Lebens blicken, um Schritt für Schritt dem näher zu kommen, was ich heute als meinen spirituellen Wesenskern betrachte. Dafür musste und durfte ich die Erfahrung machen, mich sehr weit von mir selbst, von meinem Seelenweg und dem Bewusstsein der Verbundenheit zu entfernen. All dies, um mich und das EINE schließlich wieder zu finden. Auch hierfür, Danke!

Das Wiederfinden war ein mehrjähriger Prozess des Loslassens, des Annehmens, des Leidens, begleitet vom dem Gefühl tiefer Erschöpfung und begann sich erst langsam zu der Erkenntnis von Dankbarkeit, Liebe und Vertrauen zu wandeln. Als größtes Geschenk sehe ich hier das Wiedererkennen meiner Intuition. Denn sie hat mich zurück auf den Weg gebracht, den ich ursprünglich für dieses Leben ersonnen hatte. Und auf diesem Wege nun ernte ich die oben erwähnten Früchte.

Nicht jeden Tag erinnere ich mich daran, dass ich mich nun entspannen, zurücklehnen und voller Dankbarkeit und Liebe das Leben mit seinen Höhen und Tiefen genießen darf.

»Das Universum macht keine Fehler. Und wir bekommen immer nur Aufgaben, die wir bewältigen können – sie fordern uns heraus an unsere Grenze zu gehen und ein Stück darüber hinaus zu wachsen. So werden wir weiter, offener, freier und stärker.« …versuche ich mich zu erinnern.

Diese Sicht wird beständiger. Mein Werkzeugkoffer hat sich über die Jahre mit vielen Techniken, Erinnerungshilfen und Glaubenssätzen gefüllt. Und an jenen Tagen, an denen es nicht »so fließt«, bediene ich mich an ihm, um wieder auf den Weg der Leichtigkeit, der Einfachheit und der Liebe zu treten.

Was mich im vergangenen Jahr nicht losließ, war der Wunsch, mehr von dem, was sich in mir rührt(e), nach Außen sichtbar zu machen. Meine Erfahrungen, Gedanken und Wege zu teilen.
Einerseits, weil ich selbst oft dankbar über das lese oder schaue, was andere erleben … Denn dann fühlt sich der Weg an manchen Tagen nicht mehr so allein an.
»Neue Wege zu gehen bedeutet zu Weilen auch, sich alleine auf diesem neuen Abschnitt zu fühlen.«
Andererseits spüre ich den Ruf und höre ich die Stimmen, die sagen, dass es für andere ermutigend und bestärkend sein wird, über neue Wege zu lesen. So überwinde ich eine tiefe Angst, Scheu und Scham und »entkleide« mich Stück für Stück. Ich halte das Gefühl mich nackig und angreifbar zu fühlen aus. Doch zu fühlen ist der Schlüssel, um diese Ängste zu erlösen. Die Bilder, die dazu in mir aufsteigen, sind aus längst vergangenen Zeiten, in denen Verstecken Schutz – ja, sogar Überleben – bedeutete. Doch es ist Zeit, dass wir wieder zu der Größe und Besonderheit unserer weiblichen, heilenden Kräfte stehen, unser »Wissen« und die Energie der Heilung wieder in die Welt tragen, damit wir alle wieder heilen können – Frau und Mann. Also traue ich mich.

Die Verbindung und Vereinigung der weiblichen und männlichen Kräfte wieder herzustellen, dass ist die große Aufgabe der aktuellen Zeit. Darin liegt der Schlüssel zur neuen Zeit.

Das Gebärmutterheilungsritual, dass ich im Januar ursprünglich für etwa 6 Wochen begonnen hatte, dauert fortwährend an. Es hat einen sehr großen Stein ins Rollen gebracht, der in immer schneller werdendem Tempo eine Tür nach der nächsten einreist. Es ist wunderbar und heilsam, was sich zeigt und bewegt. Fühl dich gerufen, Schwester, und spring auf… es ist ein Ritual für uns alle!

Diese zweite Geburt erlebe ich als eine weitere Initiation – in ein noch tieferes Bewusstsein für meine Rolle als Frau, Mutter und weibliche Kraft in dieser Welt. Erneut hat sich mein Innerstes nach Außen gekehrt. Passender Weise in einer Phase voller Portal- und Zentrumstage. Es zeigt sich erneut und teilweise noch deutlicher als bislang, welche unerlösten Themen ich mit mir trage. Und in der tiefe der Nacht, meist zwischen 3 und 6 Uhr morgens (Gurmukh nennt sie die „ambrosial hours“), in diesen heiligen Stunden, in denen sich die Mond- und Sonnenenergie annähern und einander ablösen, zeigen sich mir am deutlichsten die Antworten, die Lösungen und die Potenziale.

So versuche ich auch die Schlaflosigkeit wertzuschätzen. Ja, mich sogar mit ihr anzufreunden. Denn so ruhig wie zu dieser Zeit, wird es zu fast keiner anderen Zeit am Tage. …nur das schmatzende Geräusch während des Stillens, hier uns da ein traumbegleitender Säufzer und dann und wann zwischen zwei Träumen das haltsuchende leise rufen »Mama!?« … »Ja, ich bin da! Alles gut… du hast geträumt, kleiner Engel«.

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