In dieser Pause befinde ich mich gerade… etwas altes geht, ein Kapitel schließt sich, eine Zeit des Lebens ist beendet.
Mit ihr lasse ich alte Glaubenssätze und Verhaltensmuster ziehen. Denn ich habe erkannt, dass »sie« (ich) mich kleiner hielt(en), als ich eigentlich bin und dass sie mich nur immer wieder in dieselben Verwirrungen verstricken. Um die Erfahrung noch eindrucksvoller, nachhaltiger und deutlicher zu gestalten sind die selben Themen in immer neuen Gewändern und mit neuen Facetten aufgetreten, bis irgendwann auf dem Weg zum Heute die Erkenntnis kam, was ich aus ihnen lernen sollte, welche Erfahrung ich machen wollte. Allmählich konnte ich sie besser greifen und die Lehren daraus annehmen.
Aus einer geistigen Idee wurde eine Projektion und eine erlebbare Erfahrung.
Nun, da die Erfahrung gemacht ist, ist es Zeit das Alte loszulassen, um Platz für Neues zu schaffen.
Ausatmen. Loslassen.
So eine Pause kann sich wie eine kleine Ewigkeit anfühlen…
Diesen Zustand, wenn eine Sache beendet ist und sich das Neue schon angekündigt hat, aber noch nicht entstanden ist, empfand ich schon immer sehr anstrengend. Am liebsten hätte ich das Neue gleich hier. Jetzt und sofort.
Doch wo sind dabei die Geduld und das Vertrauen? Wo ist die Liebe …für den Weg, der erst einmal entstehen muss.
Und wo die Wertschätzung für das was war? …die Erfahrungen, die ich gesammelt habe.
Erfahrungen wollen verdaut und integriert werden.
Die Zeit zwischen dem Alten und dem Neuen dient als Erholung. Sie gibt Raum, um neue Kraft zu schöpfen, um Visionen zu konkretisieren und auch um Abschied für und mit dem zu feiern, was gehen möchte. Denn Erfahrung ist das, worum es geht. Zeit spielt dabei keine Rolle. (… sie ist eh nur eine Illusion.)
Wandelzeiten
Loslassen und Neubeginn gehören zum Leben dazu. Im Laufe eines Tages, einer Woche, eines Monats, im Wandel eines Jahres und der Jahre lassen wir immer wieder los und beginnen wir neu.
Und ganz besonders zu dieser heutigen Zeit scheinen sich die Erfahrungen und die Erkenntnisse, die daraus GEWONNEN werden (es ist eine BeREICHERung!) zu verdichten. Ich beobachte diesen Zyklus nicht nur bei mir und uns zuhause, sondern höre und lese Selbiges von Freunden und Bekannten: Alles, was unharmonisch, alt und undienlich ist kommt zur Zeit hoch, weil es wahrgenommen, angenommen und gefühlt werden möchte. Und dann ist die Erfahrung vollendet und die Erinnerung daran kann losgelassen werden.
Wir machen uns leer und schaffen (schöpfen) Raum für einen Neubeginn.
Wie im Kleinen so im Großen
Was sich in unserem Leben abspielt, lässt sich auch im großen Ganzen beobachten
Eine Zeit, eine Erfahrungsebene geht zu Ende, zerfällt. Auf der geistigen Ebene schon gestorben, beobachten wir ihren lauten Sterbeprozess, weil darin noch Erfahrungen gemacht werden wollen und wir Erkenntnisse gewinnen wollen. Wir sind Menschen, zu fühlen ist unsere Natur. Wir (er)leben eine große Veränderung auf uns zukommen. Das Neue lässt sich schon erahnen, mal mehr, mal weniger beobachten und erleben. Doch es ist noch nicht vollständig erblüht.
Wir befinden uns auch hier in der Pause zwischen Aus- und Einatmung des einen großen Ganzen.
Seit Monaten spüre ich, dass es bald Zeit für etwas Neues sein wird.
Und nun spreche ich wieder von mir. Ich spüre, dass es an der Zeit ist, einen großen beschwerlichen Sack loszulassen und mich auf etwas ganz neues einzulassen. Ein gut gefüllter Sack mit verworrenen Themen und verborgenen Gefühlen, den ich viele Jahre – die meisten meines Lebens – mit mir herum getragen habe. Ich spüre, dass es Zeit wird ihn gehen zu lassen. Anstrengung gegen Leichtigkeit austauschen. …einen neuen Zustand kultivieren. Traurigkeit, Wut, Unzufriedenheit, Zweifel, Kleingeistigkeit, … all das darf jetzt gehen.
…all diese Erfahrungen wollte die Seele machen
Danke, dass ihr da wart. Danke, dass ihr mich begleitet habt. Danke, dass ihr mich so sehr liebt und euch so lange bei mir wohl gefühlt habt.
Nun ist es Zeit Abschied zu nehmen.
Ich bin dankbar & in Freude, dass ich euch kennengelernt habe. Ich bin dadurch reicher geworden.
Zufriedenheit & Leichtigkeit
…das fühlt sich noch ziemlich ungewohnt an. Und auch wenn diese Haltung sich noch neu anfühlt, weiß ich um ihre Kraft. In ihnen liegt so viel verborgen. Denn was bedeuten sie?
ZuFRIEDEN.
Worüber noch grübeln oder sorgen? Meine Erfahrung hat gezeigt, dass immer ALLES da ist. Wirklich. Nur die Perspektive entscheidet über das Erleben der Wahrheit und das Gefühl. Ich kann auf ein halb gefülltes Glas blicken und denke »oh, nur noch so wenig ist darin« oder ich kann darauf schauen und erkennen, dass »noch so viel übrig ist«. Diese kleine Wendung verändert mein ganzes Erleben. Mangel oder Fülle? Unfrieden oder im Frieden?
LEICHTigkeit.
Müssen wir uns wirklich durchbeißen, das Leben in Anstrengung und mit Mühe begehen? Ich glaube nicht. Es darf, nein, es sollte sogar, fordernd sein. Denn dies lockt uns aus der Komfortzone (dem Gewohnten und Gemütlichen) heraus in einen neuen Bereich unserer Erfahrung. Doch LEICHT darf es sich anfühlen. VielLEICHT ist es treffender leicht durch sanft, warm und geschmeidig zu ersetzen. Wachstum darf spielerisch und freudvoll und fließend sein. Das Leben ist ein Spiel! Tanzen wir im Rhythmus und im Einklang mit den »Gezeiten«, erkennen wir, dass wir aufhören können zu »wollen« und »zu müssen«. Wir können einfach loslassen und geschehen lassen, was ohnehin unaufhaltsam geschieht. Die Einstellung zu den Dingen prägt das Erleben!
zwei Extreme: Herz und Verstand
Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen ich kraftvoll, diszipliniert und stark einen Weg ging. Ich glaubte mich eine ganze Weile lang richtig auf dem Weg, denn es ging mir augenscheinlich gut. Ich hatte, was ich wollte und zu glauben brauchte und obwohl die emotionalen Herausforderungen streckenweise enorm waren, biss ich mich durch… ich hatte ein Ziel und einen Plan im Kopf. Und ich war es von mir gewohnt die Dinge, die ich mir vorgenommen hatte, durchzuziehen. Also tat ich dies, lange ohne zu hinterfragen.
Wer mich heute kennt, weiß, dass ich mich, mein Handeln und dass, was ich wahrnehme, oft kritisch und bis ins Detail hinterfrage und reflektiere. (»Ich weiß, dass ich nichts weiß«). Das war damals noch nicht so. Ich glaubte mich frei für diesen Weg entschieden zu haben. Bis ich »die Quittung« für »zu lange nicht in mich hineinhorchen« bekam.
Damals wusste ich noch nicht, was wahrhaftige Freiheit beinhaltet. Es war nicht der Weg des Herzens auf dem ich mich befand, sondern der meines Verstandes.
Bevor ich den Weg meines Herzens einschlagen durfte und konnte, schlug das Pendel weit, weit in die entgegen gelegene Richtung aus. Das war nötig. Das war wichtig. Denn ein Teil von mir wollte diese Erfahrung machen. Eine Erfahrung der Extreme. Eine Erfahrung des Erlebens.
Heute erkenne ich, dass diese Lebensweise mir die Erfahrungen bereitet hat, mich klein, beschränkt und dumpf zu fühlen. Ich habe aus ihr gelernt Abschied (hin) zu nehmen, zu verzeihen, zu vertrauen und loszulassen, meine Scham, Ängste, Wut und Zweifel zu überwinden. Und dieser Lebensweg hat mir Demut, Dankbarkeit und Liebe (für mich selbst und für andere) gebracht. …und der Weg geht weiter… mein Diamant wird weiter geschliffen werden, ganz sicher … so wird er allmählich immer reiner und wertvoller.
Damals habe ich nicht wahrgenommen, wie unklar und eng mein Blick auf die Dinge war. Lange habe ich mich toll gefühlt, wissend und es als Antrieb gesehen, dass ich »dieses eine Leben hier auf der Erde habe«, dem ich meinen Ausdruck verleihen kann… nur das eine… das hat mich total motiviert diese eine Karte voll auszuspielen und so viel wie möglich daraus zu machen.
Heute bin ich überrascht wie viel Antrieb ich den Dingen aus (trotz oder gerade deshalb) einer solchen Sichtweisegeben konnte. Wo ist das hin?
Immer noch in meiner Atempause…
Ungewohntes macht Angst, weil es sich fremd und unsicher anfühlt
Wohin gehe ich? Wie wird sich das anfühlen? Was und wer wird mich begleiten? Woran erkenne ich, dass ich immer noch »dieselbe« bin, wenn ich mich verändere?
Willkommen Angst. Schön das du da bist! …Ein paar „deiner Kinder“ (so nennet Patanjali die aus ihr resultierenden Gefühle Wut, Scham, Neid, … und meint damit all das, was uns klein hält) waren bis eben hier, ihr habt euch knapp verpasst. Wenn du dich beeilst, holst du sie vielleicht noch ein. …Nein, du magst noch bleiben. Nun gut, mach es dir gemütlich, auf diesem Sofa ist eine Weile Platz für uns beide.
Doch bald ist es Zeit einzuatmen und Neues zu schaffen, dann lasse ich auch dich ziehen. Bis dahin genieße ich meine Schöpfungspause, meinetwegen auch in deiner Gesellschaft.
Nichts ist so beständig wie der Wandel
Ich weiß noch gar nicht genau wie die neue Form aussehen wird. Ein paar Ideen habe ich schon. Auf jeden Fall anders, da bin ich mir schon mal sicher.
Der Mond macht es uns vor. Das ganze Universum wandelt sich ständig. Es ist ein einziges schieben und bewegen von Energie, fortwährend und ewig. Und ICH BIN mittendrin und Teil davon.
Aus dem Chaos geboren
In dieser Pause zwischen Aus- und Einatmen fühlt es sich noch chaotisch und diffus an. Alles kann… Ui, das sind aber viele Möglichkeiten!
»Kannst du mir sagen, welchen Weg ich nehmen sollte?«, fragte Alice die Grinsekatze. »Das kommt ganz darauf an, wo du hin gelangen möchtest«.
Ich nutze die Ruhe und Tiefe meines leer geatmeten Körpers, um hinein zu spüren, welches der nächste Schritt ist.
Was sagt das Bauchgefühl? Was zeigt sich in meinen Träumen? Was fühlt sich warm, wohlig und leicht an?
Ist da noch eine Restangst? Berät da im Stillen noch immer die Angst welchen Weg ich gehen sollte oder bin ich bereit für das Unbekannte? Bin ich bereit über mich hinaus zu wachsen?
Eine Idee ist ein Plan im Geiste
Es gibt da ein inneres Bild von mir, auf das ich schon einige Mal schauen konnte. Ich komme an dieses Bild in sehr ruhigen, in mich gekehrten und wahrhaftigen Momenten. Wenn ich die Einheit aller Dinge spüre und mich als formgewordene Energie dieses großen Ganzen wahrnehme, dann sehe ich »meinen Plan«. Dies ist kein von mir als Mensch gemachter Plan. Er hat nicht mit denken zu tun. Es ist der Plan meiner Seele. Er zeigt sich aus meinem Herzen, aus dem Gefühl heraus. Hier im Herzen liegt der Zugang zur Seele. Und wenn ein Gefühl harmonisch ist, dann erkennen ich seine Wahrhaftigkeit. Dann zeigt sich der Weg.
Wege entstehen im Gehen
Ich habe aufgehört mir »selbst« zu überlegen, was ich brauche und sollte und müsste… Früher wäre das undenkbar für mich gewesen. Dachte ich doch, dass mir der Kopf die Richtung weist.
Heute glaube ich, dass es eine größere Ordnung auf einer Ebene gibt, die wir mit unserem menschlichen Verstand nicht erfassen können (diese Begrenzung liegt in der Natur des Menschen). Innerhalb dieser Ordnung verläuft mein Leben. Ich gestalte den Weg mit, indem ich die Energie bündele und gerichtet auf eine Sache fokussiere. Dadurch erschaffe ich. Das funktioniert mit allem so.
So frage ich mich in der Stille meiner Atempause: »Wohin gebe ich meine Energie?«, »Welche Form nehme ich als nächstes an?«.
Es ist ein Balance-Akt auf die höhere Ordnung zu vertrauen, den Weg zu mir kommen zu lassen und gleichzeitig meine wahrhaftige Schöpferkraft anzunehmen.
Schritt für Schritt zu einer neuen Form
Gerade kann ich den Wald vor lauter Bäumen noch nicht sehen. …dabei muss ich an Beppo den Straßenkehrer aus der Geschichte von Momo denken. Er hätte den Besen aus Verzweiflung über die Länge und Menge der Straßen sicher gleich wieder beiseite gestellt, wenn er nicht so weise und gelassen gewesen wäre, jeden Schritt nach dem nächsten zu tun.
Warum sollte ich mir jetzt schon den Kopf zerbrechen, über ungelegte Eier. Ich brüte sie doch gerade erst aus.
Ein Geburtsprozess
Etwas Neues wird geboren. Das braucht Zeit. Und es nimmt ganz von alleine seinen Weg.
Ein Kind weiß, wie es geboren wird. Ganz ohne Zutun von außen findet es den Weg ins Licht. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieser Geburtsprozess am leichtesten und einfachsten für alle beteiligten wird, wenn ich einfach loslasse und mich entspanne. So tief wie möglich. Also gebe ich alles wollen und denken ab und beobachte einfach was geschieht. Die richtigen Impulse werden zur rechten Zeit kommen.
Vielleicht finde ich meine Abenteuerlust von damals wieder. Vielleicht finde ich den Teil in mir, der unglaublich viel Antrieb in die Dinge geben konnte, wieder. Ich mochte diesen Teil. Er war sehr hilfreich, kreativ und schöpferisch und vor allem konnte er andere mit begeistern. Das hat Freude bereitet!
Mit Offenheit & Vertrauen werden wir uns selbst überraschen
Was also, wenn wir dem Ungewohnten nicht mit Unsicherheit, sondern mit Abenteuerlust und Herausforderung gegenüber stehen? Wir werden zwangsläufig neue Seiten an uns entdecken! Und ganz SICHER werden wir uns überraschen! …denn wenn wir schon wüssten, was da in uns schlummert, wäre die Erfahrung ja nicht neu. Dann wäre sie auch nicht nötig. Dann würden wir sie nicht machen. Erwartungen sind dafür da übertroffen zu werden. …denn erstens kommt es anders und zweitens als man DENKT.
Das alte Denken wird abgelöst durch fühlen – das ist der Geist der Zeit.
Auf in ein neues Abenteuer!